Was ist nach der Geburt eines Kindes zu regeln?

  • Anmeldung der Geburt des Kindes
    beim Standesamt (Rathaus des Geburtsortes)
    (Formulare gibt es manchmal gleich in der Klinik)

    für nicht verheiratete Mütter/Eltern:
    Vaterschaftsanerkennung vorlegen bzw. spätestens jetzt Vaterschaftserklärung abgeben (Pässe und Geburtsurkunden mitnehmen!)
  • Antrag auf Kindergeld
    (ab 01.01.2010: 184,- € pro Monat für das erste und zweite Kind, 190,- € für das dritte Kind und für jedes weitere Kind 215,- €)
    Bei der Agentur für Arbeit - Familienkasse -
    Nachweis: Geburtsurkunde
    Antragsformulare gibt es auch im Bürgerbüro oder Rathaus Ihres Wohnortes
  • Antrag auf Elterngeld
    Das Elterngeld fängt einen Einkommenswegfall nach der Geburt des Kindes auf. Es beträgt 67 Prozent des durchschnittlich nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und Werbungskosten vor der Geburt monatlich verfügbaren laufenden Erwerbseinkommens, höchstens jedoch 1.800 Euro und mindestens 300 Euro. Antragsformulare im Bürgerbüro oder Rathaus
  • Änderung der Steuerkarte
    (Eintragung Kind) beim Finanzamt
  • Untersuchung beim Kinderarzt
    U 2  zwischen dem 3. und 10. Tag nach der Geburt
    U 3 zwischen der 4. und 6. Woche
  • Antrag auf Elternzeit beim Arbeitgeber
    Spätestens 7 Wochen bevor die Elternzeit beginnen soll, müssen Sie Ihren Arbeitgeber darüber informieren. Dazu ist eine schriftliche Erklärung nötig.
    Dauer und evtl. Aufteilung der Elternzeit zwischen beiden Eltern muss festgelegt werden.
    Teilzeitarbeit bis 30 Stunden in der Woche ist möglich.
    Lesen Sie mehr ... 
  • Krankenversicherung
    Klären, wo und wie (z.B. beitragsfrei familienversichert) Mutter und Kind künftig versichert sind
    Kind bei der Versicherung anmelden
    Während des Bezuges von Elterngeld sind Sie mit Ihrem Kind in den gesetzlichen Krankenkassen beitragsfrei versichert.

Nach oben


Bei geringem Einkommen

  • Antrag auf Wohngeld
    wer bereits Wohngeld bezieht: Geburt des Kindes melden!
    Wo? beim Rathaus des Wohnortes
  • evtl. Antrag auf Arbeitslosengeld II (ALG II)
    Wo? bei der Agentur für Arbeit (Erforderlich sind Nachweise über das Einkommen, Sparguthaben, Miethöhe...)
  • evtl. Antrag auf Kinderzuschlag
    Kinderzuschlag können Kindergeldberechtigte zusätzlich erhalten, wenn das Einkommen zwar für den eigenen Lebensunterhalt, nicht aber für den des Kindes ausreicht.
    wo? Agentur für Arbeit, Familienkasse oder Formulardienst im Internet
  • Antrag auf Gebührenbefreiungen oder -ermäßigungen
    - bei der GEZ: Rundfunkgebührenbefreiung
    - bei der Telekom: Ermäßigung der Grundgebühr
    jeweils notwendig: Nachweis von Bezug des ALG II

Nach oben


Infos für nicht verheiratete oder alleinerziehende Mütter

  • Vaterschaftsanerkennung
    beim Standesamt Ihres Wohnortes oder beim Jugendamt
    Vorsprache am besten gemeinsam mit dem Vater des Kindes
    Wenn Sie keinen direkten Kontakt zum Vater des Kindes haben können oder möchten, kümmert sich das Jugendamt um die Vaterschaftsanerkennung - allerdings nur auf Antrag der Mutter (Informationen zur Beistandschaft beim Jugendamt Ihres Wohnortes)
  • Gemeinsames oder alleiniges Sorgerecht?
    Mit der Geburt hat die unverheiratete Mutter zunächst das alleinige Sorgerecht. Verheiratet oder nicht - beide Eltern können gleichermaßen an der Erziehung beteiligt werden. Dazu kann eine gemeinsame Sorgeerklärung beim Jugendamt beurkundet werden. Seit Mai 2013 haben nicht verheiratete Väter die Möglichkeit, auch ohne Zustimmung der Mutter des Kindes, die (gemeinsame) elterliche Sorge zu beantragen. Über einen Antrag des Vaters auf (gemeinsame) elterliche Sorge wird die Mutter informiert und hat dann die Möglichkeit innerhalb einer Frist (!) Stellung zu nehmen. Wenn keine Einigung erzielt wird, entscheidet das Familiengericht unter Berücksichtigung des Kindeswohles.
    Weitere Informationen erhalten Sie - betroffene Mütter wie Väter - in unseren Beratungsstellen.
  • Antrag auf Zahlung eines Unterhaltsvorschuss
    - wenn der Vater des Kindes keinen Unterhalt bezahlt
    - beim Jugendamt Ihres Wohnortes.

    Lesen Sie mehr…
  • Antrag auf Betreuungsunterhalt
    Während der ersten drei Lebensjahre Ihres Kindes ist der Vater Ihnen gegenüber unterhaltspflichtig, wenn Sie in dieser Zeit nicht berufstätig sein können. Ob der Vater des Kindes Unterhalt zahlen muss, hängt von seinem Einkommen ab.
    Wenn Sie Arbeitslosengeld II beziehen, wird die Agentur für Arbeit Sie auffordern, den Unterhalt beim Vater einzufordern, da dies ein vorrangiger Anspruch ist.
    Hierzu müssen Sie einen Rechtsanwalt beauftragen. Wenn Sie selbst wenig Einkommen haben, erhalten Sie Beratungshilfe, d.h., Sie müssen den Anwalt nicht selbst bezahlen. Antrag beim Amtsgericht stellen! (Ihr Anwalt kann Ihnen bei der Antragstellung behilflich sein.)
Adress-Suche für Schwangerschafts(konflikt)beratung Sie haben viele weitere Fragen? Bitte nutzen Sie die persönliche (Online)Beratung! Klicken Sie auf den Button, um nach Adressen von (Online-)Beratungsstellen in Ihrer Nähe zu suchen.

Nach oben