Schwangerschaft - Häufig gestellte Fragen

Kann ich wegen der Schwangerschaft meinen Arbeitsplatz verlieren?

Grundsätzlich besteht für schwangere Frauen und während des Mutterschutzes bzw. der Elternzeit Kündigungsschutz. Schwierig wird es bei befristeten Arbeitsverhältnissen oder in der Probezeit. Arbeitsrechtliche Fragen müssen immer im Einzelfall geklärt werden. Im Fall einer Kündigung muss sehr schnell reagiert werden.

Dass ich jetzt schwanger bin, ist für mich ein großes Problem. Was muss ich tun, wenn ich einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen möchte?

Sie haben Anspruch auf eine Beratung im Schwangerschaftskonflikt. Diese gibt Ihnen die Möglichkeit, über Ihre Sorgen zu sprechen. Aufgabe der Beratung ist es auch, Ihnen Hilfen anzubieten und Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen. Wenn Sie einen Abbruch in Erwägung ziehen, ist diese Beratung verpflichtend.
Ein Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung ist in den ersten 12 Wochen einer Schwangerschaft in Deutschland straffrei möglich. Mindestens drei Tage vor dem Eingriff muss die vorgeschriebene Beratung in einer anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle stattfinden. Die Beratung ist kostenlos.

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Welcher Arzt ist für den Schwangerschaftsabbruch zuständig?

Schwangerschaftsabbrüche werden nur in bestimmten Kliniken oder Arztpraxen vorgenommen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Ärztin. Sie bekommen von dort die Adressen und die Überweisung.

Bezahlt die Krankenkasse den Schwangerschaftsabbruch?

Nur ein kleiner Teil der Kosten eines Abbruchs kann über Ihre Krankenkasse abgerechnet werden. Dies sind die ärztliche Beratung vor und Leistungen und Medikamente nach dem Eingriff, bei denen der Schutz der Gesundheit im Vordergrund steht. Die Kosten für den eigentlichen Schwangerschaftsabbruch werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Jedoch wenn Sie nur ein geringes oder kein eigenes Einkommen haben, können Sie einen Antrag auf Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse stellen. Das Bundesland, in dem Sie leben, übernimmt dann die Kosten.

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Ich bin noch keine 18 Jahre alt und schwanger. Müssen meine Eltern zum Beratungsgespräch mitkommen?

Sie müssen nicht mitkommen, aber sie können dabei sein, wenn es für Sie hilfreich ist. Die Beratung orientiert sich an dem, was für Sie und Ihre Zukunft wichtig und nützlich ist. Sie soll Ihnen den Raum geben für viele Informationen und Hilfeangebote, aber vor allem Ihnen eine eigene Entscheidung ermöglichen. Dabei könnte die Begleitung Ihres Partners oder einer Freundin oder Familienangehöriger unterstützend sein.

Muss ich evangelisch sein, wenn ich die Beratung des Diakonischen Werkes in Anspruch nehme?

Nein. Sowohl die Onlineberatung als auch die persönliche Beratung stehen unabhängig von Religionszugehörigkeit, kulturellem Hintergrund und Nationalität allen Menschen offen.

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Was sagt denn die evangelische Kirche zum Schwangerschaftsabbruch?

Evangelische Beratung hat den Schutz  des ungeborenen Lebens, aber auch den Schutz der Beratungssuchenden vor Augen. Evangelische Beratung heißt so vorbehaltlose Annahme und Begleitung in einem schweren Entscheidungsprozess.
Wir sind uns bewusst, dass ein Schwangerschaftskonflikt den Kern der menschlichen Existenz berührt und es oft keine Lösung gibt, ohne sich in irgendeiner Form schuldig zu fühlen. Wir respektieren die Gewissensentscheidung der betroffenen Frauen und widmen unsere Aufmerksamkeit der Zwiespältigkeit der Situation. Die Schwanger-schaftskonfliktberatung erfolgt in der Achtung vor der Würde und den Grundrechten der Frau ergebnisoffen. Die Beratungssuchende trifft in eigener Verantwortung die Entscheidung in ihrem Schwangerschaftskonflikt.
„Jeder Schwangerschaftsabbruch ist eine fundamentale Anfrage an die Lebensbedingungen von Kindern, Alleinerziehenden und Familien in unserer Gesellschaft. Solange das größte Armutsrisiko darin besteht, alleinerziehend oder kinderreich zu sein, sind familien- und sozialpolitische wie auch arbeitsrechtliche Verbesserungen unabdingbare Voraussetzung für einen glaubwürdigen Schutz des ungeborenen Lebens“. („Leben annehmen…“ Diakonisches Werk der EKD. 1997)

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Wie kann ich mit Kind die Schule/ die Ausbildung beenden?

Wenn das erste Kind noch während der Schulzeit oder der Ausbildung geboren wird, kann nach der Geburt oder nach der Elternzeit der Schulbesuch bzw. die Ausbildung fortgesetzt werden. Damit junge Mütter das schaffen können, brauchen sie Unterstützung. Wie diese aussehen kann, muss im Einzelfall besprochen werden. Wenden Sie sich an uns!

Wo finde ich Kinderbetreuung, wenn ich wieder arbeiten möchte oder muss?

Die Möglichkeiten für die Kinderbetreuung sind regional sehr unterschiedlich und auch abhängig davon, welche Unterstützung Sie benötigen. Suchen Sie eine Kinderkrippe oder eine Tagesmutter? Informationen bekommen Sie bei den Schwangerschaftsberatungsstellen, beim Jugendamt, in Mütter- und Familienzentren oder im Rathaus.
Ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht ab dem dritten Lebensjahr des Kindes. Für jüngere Kinder ist die Anzahl der Betreuungsplätze noch nicht ausreichend. Melden Sie Ihren Bedarf deshalb früh beim Jugendamt an. Bei geringem Einkommen gibt es die Möglichkeit, dass Kosten für Kinderbetreuung vom Jugendamt übernommen werden.

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Gibt es bei einer Schwangerschaft staatliche Hilfen?

Wenn kein Einkommen vorhanden ist oder das Einkommen nicht ausreicht und die Vermögensfreigrenze nicht überschritten ist, kann Arbeitslosengeld II (ALG II) beantragt werden. Während einer Schwangerschaft werden ALG II-Empfängerinnen auf Antrag Beihilfen gewährt. Dies sind der Mehrbedarf für die Schwangerschaft ab der 13. Schwangerschaftswoche und einmalige Beihilfen für Schwangerschaftsbekleidung, die Babyerstausstattung. Möglich ist auch eine Beihilfe für die Erstausstattung für die erste eigene Wohnung.
Auch Studentinnen, Schülerinnen und Auszubildende können je nach Einkommen einmalige Beihilfen sowie den Mehrbedarf bei Schwangerschaft beantragen.

Welche weiteren finanziellen Hilfen gibt es in der Schwangerschaft?

Bei geringem Einkommen kann ein Antrag auf Beihilfe für Babyausstattung, Umstandskleidung, Wohnung und Einrichtung aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ beantragt werden. Für Empfängerinnen von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II oder XII und Asylbewerberinnen gelten besondere Re-gelungen.
In besonderen Krisen- und Notsituationen kann Ihnen auch eine einmalige individuelle finanzielle Beihilfe der Landesstiftung Baden-Württemberg „Familie in Not“ gewährt werden. In besonderen Einzelfällen besteht die Möglichkeit für eine begrenzte Beihilfe aus einem kirchlichen Fonds für werdende Mütter in Not- und Konfliktsituationen. Allerdings besteht kein Rechtsanspruch auf die Gewährung dieser Beihilfen.
Zur Antragsstellung wenden Sie sich an die Schwangerenberatungsstelle.

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Bekomme ich auch finanzielle Hilfe von der Kirche in der Schwangerschaft?

Die  Evangelische Landeskirche in Baden unterhält für schwangere Frauen in Notsituationen einen besonderen Fonds. Falls keine weiteren Hilfen greifen, können hieraus kleine Beihilfen gewährt werden. Sprechen Sie eine Beraterin auf Ihre Notlage an.

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Wie viel Elterngeld steht mir zu?

Die Höhe des Elterngeldes ist abhängig vom Verdienst der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes. Wer kein Arbeitseinkommen hatte, bekommt den Grundbetrag von 300 € pro Monat. Wie viel Elterngeld zu erwarten ist, kann im Voraus über den Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums errechnet werden.

Mehr dazu im Elterngeld-Infoblatt!

Mein Mann und ich wollen Kinder, können aber keine bekommen. Können Sie mir helfen?

Unerfüllter Kinderwunsch trifft eine zunehmende Zahl von Paaren. Wir unterstützen und begleiten Sie gerne dabei in der Auseinandersetzung mit den medizinischen Möglichkeiten, den finanziellen Rahmenbedingungen und besonders ihrer eigenen seelischen Befindlichkeit auf einen guten Weg zu kommen.

Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie hier:

Meine Freundin ist wegen ihrer Schwangerschaft so verzweifelt, dass sie ihr Baby in eine Babyklappe bringen will. Was kann ich tun um ihr zu helfen?

Es gibt inzwischen Babyklappen in vielen größeren Städten in Deutschland. Sie sind aber eigentlich nur als letztes Mittel angedacht um Aussetzungen von Kindern zu verhindern. Sowohl für Mutter als auch für das Kind ist das anonyme Abgeben des Babys in einer Babyklappe keine wirklich gute Lösung. Sprechen Sie mit ihrer Freundin darüber, dass sie sich in dieser schwierigen Situation Unterstützung und Beratung holen darf – das ist ja auch anonym möglich und auf jeden Fall haben alle Beraterinnen Schweigepflicht. Dann kann ihre Freundin sich auch informieren welche Alternativen sie hat: Braucht sie Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten zur Betreuung und finanziellen Absicherung? Benötigt sie Unterstützung in der Auseinandersetzung mit ihrer Familie? Möchte sie etwas über Adoption  erfahren? In der Beratung kann sie all ihre Fragen, Unsicherheiten und Ängste ansprechen.

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Was ist eine anonyme Geburt?

Einige Krankenhäuser bieten die Möglichkeit eine Entbindung durchzuführen ohne von der entbindenden Mutter deren Namen zu erfragen. Die Möglichkeit der anonymen Geburt soll verhindern, dass Mütter, deren Schwangerschaft nicht bekannt werden soll, ihre Kinder ohne ärztliche und pflegerische Unterstützung unter meist lebensbedrohlichen und entwürdigenden Umständen zur Welt bringen müssen.

Kann ich nach einem Schwangerschaftsabbruch noch Kinder bekommen oder bin ich dann unfruchtbar?

Ein sachgemäß vorgenommener Schwangerschaftsabbruch führt nicht zu Unfruchtbarkeit und mindert nicht die Chance, zu einem späteren Zeitpunkt wieder schwanger zu werden. Sie sind bereits im folgenden Zyklus wieder empfängnisbereit. Daher wird Ihr Gynäkologe auch mit Ihnen über die für Sie geeignete Verhütung sprechen. Es kann jedoch, wie bei jeder anderen Operation auch, nach einem Schwangerschaftsabbruch in sehr seltenen Fällen zu Komplikationen kommen, die eine spätere Unfruchtbarkeit verursachen.

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